
Der von der Wirtschaftsförderung Oftringen Rothrist Zofingen mitorganisierte Netzwerkanlass «AareLandImpuls» zog sehr viele Besuchende an
Zum Frühstücksanlass am 27. August im KuK Aarau gab es einen grossen Publikumsaufmarsch, was das OK, bestehend aus den Wirtschaftsförderungen der Regionen Aarau, Olten und Zofingen sowie der Geschäftsstelle «AareLand» ausserodentlich freut. Unser Fazit des Anlasses, in dessen Zentrum ein Vortrag unseres Ständerats Thierry Burkhart stand, ist folgendes: Das AareLand nimmt die Herausforderungen durch Versorgung, Logistik und Verkehr konstruktiv an. Das AareLand ist aber auf eine entschlossene und wirksame Unterstützung durch die Agglomerationsprogramme angewiesen, um die damit verbundenen Schwierigkeiten zu meistern. Davon profitiert am Schluss die ganze Schweiz. Aktuell hinken wichtige Infrastrukturprojekte, unter anderen der Autobahnausbau auf sechs Spuren im Gäu und zwischen Aarau und Zofingen der Zeit hinterher.
AareLandImpuls mit neuem Besucherrekord
«Ohne das AareLand würde die Schweiz nicht funktionieren»
Eine funktionierende Logistik ist essenziell für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Das AareLand spielt dabei eine zentrale Rolle: Mit seiner verkehrsgünstigen Lage, seiner leistungsfähigen Infrastruktur und bedeutenden Unternehmen der Logistikbranche leistet die Region einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Resilienz der nationalen Versorgung.
Neuer Besucherrekord beim fünften AareLandImpuls
Mit über 150 teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmern ging am 27. August 2025 der fünfte überregionale Netzwerkanlass «AareLandImpuls» mit einem neuen Besucherrekord über die Bühne. Thema war die logistische Versorgungssicherheit der Schweiz und die Bedeutung des AareLands. Zu der Veranstaltung im Kultur- und Kongresshaus Aarau hatten die drei Wirtschaftsförderungen Aarau und Region, Region Olten und Oftringen Rothrist Zofingen gemeinsam mit dem Verein AareLand eingeladen.
Nach der Begrüssung durch Hanspeter Hilfiker, Präsident des Vereins AareLand, verdeutlichte Ständerat Thierry Burkart, Zentralpräsident des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands ASTAG, in seinem Inputreferat die strategische Bedeutung des AareLands im Kontext der schweizweiten logistischen Versorgungssicherheit. Für ihn ist klar: «Ohne das AareLand würde unser Land in Sachen Logistik nicht funktionieren.» Immerhin liegen 16,2 Prozent der Schweizer Logistikfläche im AareLand. Und auch von den eine Million Tonnen Gütern, die jeden Tag in der Schweiz transportiert werden, läuft ein Grossteil durch das AareLand.
Infrastruktur stösst an ihre Kapazitätsgrenzen
Damit Güterverkehr funktioniert, brauche es Strasse und Schiene, erklärt Thierry Burkart. Die Kapazität der Bahn sei aber viel kleiner: Etwa 20 Prozent der Güter werden auf der Schiene transportiert, rund 80 Prozent auf der Strasse. Vor allem für die Feinverteilung brauche es Lastwagen. Dass diese für die wachsende Anzahl an Staustunden auf den Schweizer Nationalstrassen verantwortlich seien, sei ein Irrtum, so Burkart. Denn die Zahl der immatrikulierten schweren Lastwagen sei seit Jahren konstant. Dafür seien aber immer mehr 3,5-Tonnen-Sprinter auf unseren Strassen unterwegs – ihre Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt. Ausserdem wichtig zu wissen: 80 Prozent des Lastwagen-Verkehrs ist Binnenverkehr.
Doch es gebe grosse Herausforderungen für den Gütertransport, führte Burkart weiter aus. «Zum einen stösst die Infrastruktur – sowohl auf der Schiene als auch auf der Strasse – an ihre Kapazitätsgrenzen. Dadurch nimmt die Produktivität ab.» Zum anderen sei der technologische Fortschritt eine Herausforderung – so sei zum Beispiel das öffentliche Ladenetz für die E-Mobilität noch «im pränatalen Bereich». Und: Das Bevölkerungswachstum führe zu noch mehr Druck auf Infrastruktur und Raum.
Spannungsfeld zwischen Lebensraumentwicklung und Wirtschaftlichkeit
In der anschliessenden, von Deliah Kyburz moderierten Podiumsdiskussion beleuchteten Ralph Ehrismann, Gemeindeammann von Rothrist, Sacha Peter, Kantonsplaner Solothurn, und Butrint Roka, Standortleiter Planzer Transport AG Härkingen und Wikon, gemeinsam mit Thierry Burkart aus verschiedenen Perspektiven die aktuellen wirtschaftlichen, raumplanerischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, Chancen und Entwicklungen.
Während Butrint Roka betonte, dass viele Transportunternehmen Familienbetriebe seien, die auch für andere Branchen Perspektiven schaffen und so ihren Beitrag zur Steigerung der Wertschöpfung leisten, sprach Ralph Ehrismann ein planerisches Problem an: In Rothrist zum Beispiel seien genügend Flächen für die Ansiedlung von Logistikbetrieben vorhanden, im kantonalen Richtplan seien sie dafür aber nicht vorgesehen. Sacha Peter verdeutlichte das Spannungsfeld zwischen Lebensraumentwicklung und Wirtschaftlichkeit. Die Raumplanung sei sich der Bedeutung der Logistik durchaus bewusst und auch offen für Logistikprojekte. «Wir müssen aber die richtigen Sachen am richtigen Ort platzieren, und das proaktiv. Und genau das versuchen wir in unserem Agglomerationsprogramm AareLand voranzutreiben.» Das AareLand müsse seine Rolle als national bedeutender Logistikstandort annehmen, so Peter. «Es ist wichtig, das aktiv zu gestalten.»
Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderungen unter dem Dach des Vereins AareLand
Der Netzwerkanlass «AareLandImpuls» ist eine Initiative der drei Wirtschaftsförderungen der Regionen Aarau, Olten und Zofingen, die unter dem Dach und mit finanzieller Unterstützung des Vereins AareLand eine institutionelle Zusammenarbeit betreiben. Ziele dieser überregionalen Zusammenarbeit sind unter anderem die aktive Positionierung des AareLands als dynamischer Wirtschaftsraum, die Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Raumplanung sowie die Förderung der Innovationsneigung der im AareLand ansässigen Firmen. Das AareLand vereint 64 Gemeinden und drei Kantone zu einer Region. Im Raumkonzept Schweiz wird es als eigenständiger Raum geführt. Es ist der siebtgrösste Lebens- und Wirtschaftsraum der Schweiz.
Quelle: Karola Dirlam, Verein AareLand
Bilder: Markus Schneeberger






